
Die Oldenburger Vipassana-Gruppe nahm ihren Anfang im Jahr 2000 bei einem zufälligen Treffen mit Michael in Oldenburg. Seit dieser Zeit haben wir uns getroffen, Kurse und Retreats durchgeführt, sowohl mit als auch ohne Übernachtung vor Ort, und haben dabei immer die Idee des reinen Dhamma (der reinen Lehre des Buddha) vertreten, d.h. an den Ort zurückzukehren, wo der historische Buddha den Dhamma mitgeteilt hat, bevor er in ein System gebracht und in diverse religiöse und kulturelle Rahmen eingepasst wurde. Dies ist eine nicht-religiöse, nicht-politische und geschlechtsneutrale Lehre der Befreiung
Das Wort "Vipassana" kommt aus der indischen Pali-Sprache und bedeutet "die Dinge sehen, wie sie wirklich sind", oder einfach "Einsichtsmeditation". Die Vipassana-Meditation beruht auf den ältesten überlieferten Lehrreden des Siddharta Gautama Buddha, der im 6.-5. Jahrhundert v. Chr. in Indien lebte. Auf der Suche nach Befreiung vom Leiden fand er einen Weg zur Erleuchtung, der ein Geistestraining in Weisheit, Ethik und Sammlung darstellt. Diese Lehre, den "Dhamma" oder "Dharma", lehrte er bis zu seinem Tod allen Menschen, ohne dabei Unterschiede zu machen. Seine schnell wachsende Ordensgemeinschaft stand allen Schichten offen, Männern wie Frauen. Die Vipassana-Meditationstechniken, wie beispielsweise die Konzentration auf den Atem (Anapanasati), werden hauptsächlich auf die Lehrreden "Die Vergegenwertigungen der Achtsamkeit" und "Rede vom bewussten Ein- und Ausatmen" zurückgeführt. In den Jahrhunderten nach Buddhas Tod entwickelten sich viele verschiedene buddhistische Schulen mit unterschiedlichen Interpretationen seiner Lehre. Die Tradition des Theravada, die auch als "ursprüglicher" Buddhismus bezeichnet wird, hielt sich dabei sehr eng an seine Lehrreden, die im sogenannten Pali-Kanon überliefert wurden. In dieser Übertragungslinie wurden auch die Techniken des Vipassana bis in die heutige Zeit erhalten und verbessert. Der Theravada-Buddhismus ist heute vor allem in in den Ländern Süd- und Südost-Asiens wie Sri-Lanka, Burma, Thailand, Laos oder Kambodscha verbreitet. Die Lehren des "Erwachten" breitet sich seit den 60er Jahren auch bei uns im Westen aus. Dies gilt auch für die Vipassana-Meditation, die der westlichen Kultur in besonderem Maße gerecht wird, da sie vielen Grundzügen unserer Gesellschaft wie Aufklärung, Gleichberechtigung, Toleranz, Wissenschaft, Kunst und Demokratie gleichermaßen gerecht wird. So findet Vipassana immer öfter Einzug in soziale Disziplinen (Medizin, Psychologie, Erziehung), vor allem in den USA. Als wichtige Pioniere der Einsichtsmeditation im Westen sind zu nennen u.a. Ayya Khema, Jack Kornfield, Joseph Goldstein, John Kabat-Zinn oder Sharon Salzberg (siehe auch Buchtipps bei den Links).
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